Kurz & knapp

Ein Label gibt genähten Stücken einen sauberen Abschluss, nennt den Namen der Herstellerin oder des Herstellers und kann Pflegehinweise tragen. Es gibt vier verbreitete Arten: gewebte Etiketten, bedruckte Stoffetiketten zum Annähen, bügelfeste Etiketten und Stempel. Hier siehst du, wie sie sich unterscheiden, wie du sie befestigst und wo sie am besten sitzen.

individuelle Labels

Welche Arten von Labels gibt es?

ArtEigenschaftenBefestigung
WebetikettSchrift im Gewebe, feste Optik, kaum AbriebAnnähen
Bedrucktes StoffetikettBaumwoll- oder Satinband mit Aufdruck, eher weichAnnähen oder in die Naht einfassen
Bügelfestes EtikettRückseite mit Klebeschicht, schnell angebrachtAufbügeln nach Herstellerangabe, zusätzlich absteppen
StempelTextilstempel und Textilfarbe, flexible MotiveAufstempeln, danach fixieren

Webetiketten wirken am hochwertigsten und sind sehr strapazierfähig, werden aber meist in größeren Stückzahlen gefertigt. Bedruckte Bänder sind weicher und weniger kratzig. Bügelfeste Etiketten gehen schnell, lösen sich bei häufigem Waschen aber eher ab, wenn die Ränder nicht abgesteppt werden. Stempel eignen sich für kleine Mengen und Einzelstücke.

FaltungAussehenTypische Verwendung
Flach (ungefaltet)Ein Stück Band, Kanten sichtbarAufgenäht auf Taschen oder Decken, Kanten umgeschlagen.
Mittelfalz (Schlaufe)In der Mitte gefaltet, beide Enden in der NahtNackennaht oder Seitennaht, Schrift gut lesbar.
EndfalzBeide Enden eingeschlagen, Mitte freiAufnähen mit sauberen Kanten, zum Beispiel am Saum.

Wie befestigst du ein Label?

Annähen ist die haltbarste Variante. So gehst du vor:

  1. Wähle eine Stelle, die nicht auf der Haut reibt.
  2. Falte das Label so, dass die Rückseite sichtbar bleibt, und bügle es flach.
  3. Fasse es in einer Naht mit ein, bevor du das Teil schließt, oder nähe es mit kleinem Geradstich ringsum auf.
  4. Verriegle Anfang und Ende der Naht.

Beim Einfassen in die Naht liegt das Label zwischen den Stofflagen und wird mitgenäht, oft in der Seitennaht. Das ist stabil und sieht aufgeräumt aus. Mehr zur Nahtzugabe erklärt die Seite zur Nahtzugabe. Bügelfeste Labels immer nach Angabe auf der Packung aufbringen, mit passender Temperatur und ohne Dampf, sofern nicht anders empfohlen. Sichere sie am besten durch Absteppen.

Positionen und Befestigung von LabelsOben drei Beispiele mit nummerierten Positionen: bei Kleidung im Nacken, in der Seitennaht und am Saum, bei einer Tasche in der Seitennaht und in der Innentasche, bei Decke und Kissen an der Ecke oder in der Naht. Unten drei Querschnitte: Label in die Naht gefasst, rundum aufgenäht, bügelfest und zusätzlich abgesteppt. 1234567 KleidungTasche / BeutelDecke / Kissen 1 Nacken: weiches Band2 Seitennaht: kratzt kaum3 Saum: außen sichtbar 4 Seitennaht innen5 Innentasche oder Futter:vor dem Futter einnähen 6 Ecke oder Randnaht7 Kissen: Seitennahtder Hülle (innen) So hält das Label In der Naht, am haltbarstenRundum aufgenähtBügelfest und abgesteppt

Tipp: Probiere das Annähen oder Aufbügeln an einem Stoffrest aus. Hitze kann empfindliche Stoffe und manche Etiketten beschädigen.

Kostenloser Nähkurs

Nähen lernen in 7 Tagen

Jeden Tag ein Handgriff mit Übung und Selbstcheck. Du startest ohne Vorkenntnisse.

  • Etwa 15–25 Minuten pro Tag
  • Alle Lektionen direkt online
  • Am Ende eine selbst genähte Stoffserviette
Zum Nähkurs ↗
Illustration einer ersten geraden Probenaht auf Baumwollstoff mit Garn und Stoffschere

Wo platzierst du das Label?

Die Platzierung richtet sich nach dem Produkt:

  • Kleidung: im Nacken, in der Seitennaht oder am Saum. Bei Kindern lieber in der Seitennaht, damit nichts kratzt.
  • Taschen und Beutel: in der Seitennaht innen oder außen an der Kante. Bei Futter in der Futtertasche.
  • Decken und Kissen: in einer Ecke oder in der Randnaht.
  • Kleine Teile: Mäppchen, Scrunchies oder Haarbänder: auf der Rückseite oder in der Naht, damit das Teil nicht überladen wirkt.

Bei Taschen kannst du das Label vor dem Futter einnähen, wie es in der Anleitung zur Kosmetiktasche beschrieben ist.

ProduktEmpfohlene StelleVorteil
T-Shirt, KleidSeitennaht, alternativ Nacken innenReibt kaum an der Haut.
KinderkleidungSeitennaht, weiches BandKratzt nicht, wenn Nähte flach liegen.
Tasche, BeutelSeitennaht innen oder InnentascheGeschützt, wird beim Nähen mitgefasst.
Decke, KissenEcke oder RandnahtGut sichtbar, wenig Belastung.
Scrunchie, HaarbandIn der Naht oder auf der RückseiteWirkt nicht überladen.

Welche Gestaltung ist sinnvoll?

Kurz halten: Name oder Logo, vielleicht ein Ort oder ein kleines Symbol. Eine schlichte Schrift bleibt gut lesbar, besonders bei kleinen Etiketten. Kontrastreiche Farben helfen. Auf farbigen Stoffen funktionieren helle Hintergründe besser. Prüfe vor dem Bestellen oder Drucken die Mindestgröße der Schrift, damit sie nach dem Falten nicht zu klein wird.

Beim Label selbst gilt: Gestalte lieber ein Etikett, das du in jeder Größe lesen kannst, als ein sehr feines. Wer Textilien verschenkt oder verkauft, sollte beachten, dass für Kleidung und Textilprodukte Kennzeichnungspflichten gelten können, etwa zur Faserzusammensetzung. Informiere dich vor dem Verkauf bei der zuständigen Stelle. Diese Seite gibt dazu keine Rechtsauskunft.

Wie kennzeichnest du Pflegehinweise?

Pflegesymbole sind genormte Zeichen für Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln und Reinigung. Wer sie verwendet, sollte sich an den Angaben des Stoffherstellers orientieren und das Symbol zum tatsächlich verwendeten Material wählen. Bei Mischgeweben gilt der empfindlichste Bestandteil. Für den privaten Gebrauch genügt oft ein einfaches Etikett mit Namen und Waschtemperatur. Prüfe vor dem Waschen, ob Etikett und Druck farbecht sind: einmal Probewäsche mit einem Reststück.

Tipp: Nähe oder klebe ein Probe-Label auf einen Rest, wasche es einmal wie das fertige Stück und prüfe Farbe, Kanten und Haftung.

Wie gestaltest du eigene Labels?

Für wenige Stücke reichen Textilstempel mit Textilfarbe auf Baumwollband. Für größere Mengen kannst du Labels mit deinem Namen oder Logo bestellen, auch als Webetikett. Wichtig ist, dass Größe, Schrift und Material zu den Stücken passen, an denen sie sitzen sollen.

  • Breite des Bandes: Passe sie der Nahtzugabe an. Ein Band, das breiter als die Zugabe ist, ragt in das Teil hinein und wird sichtbar.
  • Schrift: Serifenlose, kräftige Schriften bleiben auch bei kleinem Format lesbar.
  • Material: Weiche Baumwoll- oder Satinbänder für Kleidung, festere Webetiketten für Taschen.
  • Farbe: Dunkle Schrift auf hellem Band, bei dunklen Stoffen helles Band. So bleibt der Kontrast.
FrageWarum sie wichtig ist
Soll das Label mitgewaschen werden?Dann müssen Band, Druck und Garn farbecht und pflegeleicht sein.
Wo sitzt das Label?Davon hängen Breite, Falzart und Weichheit ab.
Mehr als ein Stück?Für größere Mengen lohnt ein gewebtes oder bestelltes Label, für Einzelstücke ein Stempel.
Für Kinder?Weiches Band und flach liegende Nähte, damit nichts drückt.

Teste neue Labels immer zuerst an einem Probestück: Aufbügeln, absteppen, einmal waschen. Erst danach lohnt es sich, viele Stücke zu etikettieren.

Welche Fehler kommen oft vor?

ProblemUrsacheLösung
Kratziges Etikett im NackenHartes Band an der HautWeicheres Band wählen oder in die Seitennaht verlegen.
Label wellt sichZu straff aufgenäht oder zu dünnes BandVorher bügeln und mit kleinem Stich fixieren.
Label löst sichRand nicht abgesteppt oder zu niedrige Hitze beim AufbügelnRundum absteppen, Herstellerangabe zu Hitze und Zeit beachten.
Schief aufgenähtKeine MarkierungVorher mit Linie oder Klammer markieren, zum Beispiel mit Stoffmarker und Lineal.
Farbe läuftStempelfarbe nicht fixiertNach Herstellerangabe fixieren und Probewäsche machen.

Falsch sitzende Labels trennst du mit dem Nahttrenner vorsichtig wieder auf, ohne den Stoff zu verletzen. Zum Annähen von Hand eignen sich feine Nähnadeln. Weitere Hinweise zu Nähten und Abschlüssen findest du im Bereich Nähen lernen.

Lieber Schritt für Schritt üben?

Der kostenlose Kurs führt dich von der Maschine bis zum ersten fertigen Stück.

Nähen lernen ↗

Häufige Fragen

Welches Label hält am längsten?

Gewebte Etiketten, die rundum oder in der Naht angenäht sind, halten in der Regel am besten. Bügelfeste Labels sollten zusätzlich abgesteppt werden.

Wo setze ich das Label bei Kleidung hin?

Meist in die Nackennaht oder besser in die Seitennaht, damit nichts kratzt. Bei Kinderkleidung ist die Seitennaht oft angenehmer.

Kann ich Labels selbst mit Stempel gestalten?

Ja. Nimm einen Textilstempel und Textilfarbe und fixiere die Farbe wie vom Hersteller angegeben. Mach vorher eine Probe auf einem Rest.

Muss ich Pflegehinweise ins Label schreiben?

Für den eigenen Gebrauch nicht, aber es hilft. Beim Verkauf können Kennzeichnungspflichten gelten, die du vorher bei einer zuständigen Stelle klären solltest.

Wie nähe ich ein Label in eine Naht ein?

Falte es, bügle es flach und lege es vor dem Schließen zwischen die Stofflagen. Es wird mit der Naht gefasst. Anfang und Ende der Naht verriegelst du.

Wie verhindere ich, dass ein bügelfestes Label abfällt?

Bringe es nach Herstellerangabe auf und steppe die Ränder zusätzlich ab. Eine Probewäsche mit einem Reststück zeigt, ob es hält.