Kurz & knapp

Mit einem Nahttrenner löst du eine Naht, ohne den Stoff zu beschädigen: Lange Spitze unter den Stich, einzelne Stiche durchtrennen, den Faden abziehen. Er hat eine lange Spitze zum Einstechen, eine kurze Spitze mit kleiner Kugel und dazwischen eine scharfe Klinge, die den Faden durchtrennt. Außerdem schneidest du damit Knopflöcher auf. Die Klinge ist scharf: Arbeite von dir weg und setze nach dem Gebrauch die Kappe auf.

Wie ist ein Nahttrenner aufgebaut?

Aufbau eines Nahttrenners mit Griff, Kappe, langer Spitze, kurzer Spitze mit Kugel und Klinge Griff Lange Spitze Klinge Kurze Spitze mit Kugel Kappe
Schematische Darstellung eines Nahttrenners. Die Kappe (gestrichelt) schützt Klinge und Finger.
Nahttrenner: Aufbau und TechnikLinks ein Nahttrenner mit Griff, langer Spitze, kurzer Spitze mit Kugel und Klinge in der Gabelung. Rechts eine Naht von oben, bei der nur etwa jeder dritte bis vierte Stich durchtrennt wird, danach wird der Faden der Gegenseite abgezogen. AufbauTechnik: Naht auf einer Seite lösen Lange SpitzeKlingein der GabelungKugelschützt den StoffGriff × = hier durchtrennen (jeder 3.–4. Stich)Gegenfaden abziehen, von dir weg arbeitenWenige Stiche auf einmal lösen, nicht reißen.
  • Lange Spitze: sticht unter einzelne Stiche und hebt sie an.
  • Kurze Spitze mit Kugel: Die Kugel gleitet über den Stoff und schützt ihn davor, eingeschnitten zu werden.
  • Klinge: sitzt in der Gabelung zwischen beiden Spitzen und schneidet den Faden.
  • Griff und Kappe: Der Griff gibt Halt, die Kappe schützt Klinge und Finger bei der Aufbewahrung.

Es gibt kleine Nahttrenner für feine Stoffe und enge Nähte sowie größere mit dickerem Griff für Jeans und lange Nähte. Daneben gibt es Fadenschneider und kleine gebogene Scheren, die ähnliche Aufgaben übernehmen.

WerkzeugStärkeGrenzeGut für
Nahttrenner kleinpräzise, kommt in enge Nähteweniger Halt bei langen Nähtenfeine Stoffe, Knopflöcher
Nahttrenner großliegt ruhig in der Handzu grob für feine StoffeJeans, lange Nähte
Fadenschneider / kleine Schereschneidet Fäden und Restekein Aufheben einzelner SticheFadenreste, Entfernen von Fäden
Schneiderscheresauberer Schnittnicht zum AuftrennenZuschnitt

Worauf du beim Kauf achtest

  • Schärfe: Die Klinge muss den Faden ohne Ziehen durchtrennen. Stumpfe Nahttrenner reißen am Stoff.
  • Größe: Ein kleiner Nahttrenner kommt besser in enge Nähte, ein großer liegt bei langen Nähten ruhiger in der Hand.
  • Griff: Er sollte rutschfest sein und nicht zu dünn, damit du die Spitze kontrolliert führen kannst.
  • Kappe: Eine gut schließende Schutzkappe ist für Nähkästchen und Kinderhaushalte wichtig.
  • Vorrat: Nahttrenner werden mit der Zeit stumpf und lassen sich kaum nachschärfen. Ein zweites Exemplar ist sinnvoll.

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Illustration einer ersten geraden Probenaht auf Baumwollstoff mit Garn und Stoffschere

So trennst du eine Naht auf

  1. Lege das Teil flach auf den Tisch, mit der Seite nach oben, auf der du die Stiche gut siehst.
  2. Schiebe die lange Spitze unter einen Stich, die Kugel zeigt zum Stoff.
  3. Schneide auf einer Seite jeden dritten bis vierten Stich auf.
  4. Drehe das Teil um und ziehe den durchgehenden Faden der anderen Seite heraus. Die Naht öffnet sich auf einer längeren Strecke.
  5. Entferne die kurzen Fadenreste mit den Fingern, einem Klebeband oder einer Fusselbürste.

Du kannst auch die Stofflagen leicht auseinanderziehen und die gespannten Fäden dazwischen durchtrennen. Das geht schnell, birgt aber das Risiko, in den Stoff zu schneiden. Arbeite dabei langsam und nur bei gut sichtbaren Fäden.

Achtung: Die Spitzen und die Klinge sind scharf. Halte den Stoff nicht mit der freien Hand direkt vor die Spitze und arbeite so, dass ein Abrutschen nicht in deine Hand führt.

Welche Naht trennst du wie auf?

NahtVorgehenAchte auf
Gerade Naht, WebwareJeden dritten bis vierten Stich lösen, Gegenfaden abziehenNur wenige Stiche auf einmal
Stretchnaht, JerseyStiche einzeln anheben, nicht ziehenMaschen nicht beschädigen
OverlocknahtNadelfäden einzeln lösen, Kettelfaden abziehenDie Systeme der Overlock sind je Modell verschieden
Feine Stoffe (Seide, Satin)Spitze nur flach einstechenLöcher sind kaum zu beheben
KnopflochStecknadel als Stopper, von der Seite einschneidenRiegel nicht durchschneiden

Knopflöcher sicher aufschneiden

Stecke eine Stecknadel quer an das Ende des Knopflochs. Sie dient als Stopper. Stich dann mit der Spitze am anderen Ende ein und schneide in Richtung Stecknadel. So schneidest du nicht über die Riegel hinaus. Wie du anschließend den passenden Knopf befestigst, zeigt Knopf annähen.

Auftrennen ohne Nahttrenner: Alternativen

Zur Not tut es eine kleine, spitze Schere (Fadenschere). Gehe dabei nur von der Nahtseite aus vor, hebe einzelne Stiche an und schneide sie vorsichtig durch. Rasierklingen oder Cutter sind riskant, weil sie leicht in den Stoff schneiden und die Verletzungsgefahr höher ist. Wer häufiger auftrennt, spart sich mit einem passenden Nahttrenner Zeit und Nerven.

Nach dem Auftrennen: Stoff wieder vorbereiten

  • Fadenreste mit Klebeband oder Fusselbürste abnehmen.
  • Nadellöcher in Baumwolle und Leinen verschwinden oft nach leichtem Dämpfen oder Aufrauen mit dem Fingernagel; bei Seide, Satin und Leder bleiben sie meist sichtbar.
  • Nahtzugabe prüfen und gegebenenfalls neu markieren, bevor du erneut nähst.
  • Vor dem Neunähen ein Probestück nähen, damit sich der Fehler nicht wiederholt.

Häufige Fehler und Sicherheit

  • Zu viele Stiche auf einmal lösen. Dann reißt du am Stoff. Löse immer nur wenige Stiche.
  • Zu sich hin arbeiten. Rutscht der Nahttrenner ab, landet die Spitze in der Hand. Arbeite von dir weg.
  • Bei feinen Stoffen die Spitze zu tief einstechen. Das hinterlässt Löcher, besonders bei Seide und Satin.
  • Den Nahttrenner offen liegen lassen. Setze nach dem Gebrauch die Kappe auf und lege ihn außer Reichweite von Kindern.

Wie trennst du Overlock- und Stretchnähte auf?

Overlocknähte bestehen aus mehreren Fäden. Löse zuerst die Nadelfäden und ziehe dann den Schlingenfaden heraus. Bei Jersey und Stretchnähten arbeitest du besonders vorsichtig, weil sich Maschen leicht beschädigen. Hebe einzelne Stiche an, statt zu ziehen. Wie die Fadensysteme deiner Overlock verlaufen, steht laut Anleitung deines Modells. Mehr zu Overlocknähten findest du bei der Overlock-Nähmaschine.

Checkliste: Auftrennen ohne Schaden

Wann sich Auftrennen lohnt

Nicht jeder kleine Fehler muss aufgetrennt werden. Liegt eine Naht nur minimal neben der Linie und ist von außen nicht sichtbar, kannst du sie oft lassen. Auftrennen lohnt sich bei schiefen Ziernähten, falsch zusammengenähten Teilen und wenn die Nahtzugabe nicht stimmt und das Teil sonst nicht passt.

Pflege und Aufbewahrung

Schütze die Spitzen vor dem Verbiegen und lagere den Nahttrenner mit Kappe im Nähkästchen. Verwende ihn nicht für Papier, Klebeband oder Verpackungen, das macht die Klinge schnell stumpf. Für grobe Schnitte ist die Schneiderschere das richtige Werkzeug. Der Nahttrenner gehört in jedes Nähset, denn auftrennen gehört beim Nähen dazu, besonders am Anfang. Mehr Tipps für die ersten Projekte findest du unter Nähen für Anfänger.

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Häufige Fragen

Wozu ist die kleine Kugel am Nahttrenner?

Die Kugel sitzt auf der kurzen Spitze und gleitet über den Stoff. Sie verhindert, dass die Klinge beim Auftrennen in das Gewebe schneidet.

Wie trenne ich eine Naht am schnellsten auf?

Schneide auf einer Seite jeden dritten bis vierten Stich auf und ziehe dann den Faden der anderen Seite heraus. So löst sich die Naht auf einem längeren Stück.

Kann man einen Nahttrenner schärfen?

In der Regel nicht sinnvoll, weil die Klinge sehr klein ist. Wird er stumpf, ersetzt du ihn besser durch einen neuen.

Wie schneide ich ein Knopfloch auf, ohne zu weit zu schneiden?

Stecke eine Stecknadel quer an das Ende des Knopflochs. Sie stoppt den Nahttrenner, bevor er den Riegel durchschneidet.

Wie arbeite ich sicher mit dem Nahttrenner?

Immer von dir weg, den Stoff flach auf den Tisch legen und nach dem Gebrauch die Kappe aufsetzen. Bewahre ihn außerhalb der Reichweite von Kindern auf.