Kurz & knapp

Einen Knopf nähst du mit Nadel, Faden und etwa fünf Minuten fest. Entscheidend sind ein reißfester Faden, ein Fadenstiel unter dem Knopf und ein sauber verknoteter Abschluss. Hier lernst du die Technik für Knöpfe mit zwei und vier Löchern, für dicke Stoffe und für abgerissene Stellen, jeweils mit Prüfpunkt je Schritt.

KnopfartVorgehenBesonderheit
Zwei Löcher6 bis 8 Durchgänge parallelAbstandshalter nicht vergessen.
Vier LöcherZwei Lochpaare, parallel (II) oder über Kreuz (X)Beide Paare gleich oft nähen.
Stielknopf (Öse)Mehrfach durch die Öse und den StoffKein Abstandshalter nötig.
Mit GegenknopfAlle Lagen in einem Zug durchnähenVerteilt den Zug bei Mänteln und Jacken.
AnnähdruckknopfBeide Hälften durch alle Löcher nähenMit Überwendlingsstichen arbeiten.

Was brauchst du zum Knopf annähen?

  • Nadel: eine Handnähnadel, deren Öhr den Faden aufnimmt und deren Spitze zum Stoff passt. Für feine Blusen nimmst du eine dünne Nadel, für Mäntel und Jeans eine kräftigere. Beim Einfädeln hilft ein Nadeleinfädler, passende Nadeln findest du unter Nähnadeln.
  • Faden: ein reißfestes Garn, bei Mänteln und Jacken zusätzlich doppelt gelegt. Die Farbe passt zum Knopf oder zum Stoff. Mehr zur Auswahl steht in der Garnauswahl.
  • Schere und eine Stecknadel oder ein Stoffmarker für die Position.
  • Abstandshalter für den Stiel: ein Streichholz, ein Zahnstocher oder eine zweite Nähnadel.
  • Bei Bedarf ein kleines Stück Stoff, Filz oder Einlage als Verstärkung auf der Rückseite.

Schneide etwa 50 cm Faden ab und lege ihn doppelt, dann hast du vier Fadenlagen im Knopf. Längere Fäden verdrehen und verknoten sich leichter. Setze am Ende einen kräftigen Knoten. Wenn du ohnehin mehrere Hilfsmittel brauchst, lohnt ein Blick auf das Nähset.

Wo sitzt der Knopf richtig?

Die Position bestimmt, ob das Kleidungsstück glatt liegt. Am sichersten markierst du bei geschlossenem Kleidungsstück: Schließe beide Seiten, stecke durch das Knopfloch und markiere die Stelle auf dem Gegenstück. Bei einer ganzen Knopfleiste prüfst du zusätzlich den Abstand der Knöpfe zueinander.

SituationVorgehenWorauf du achtest
Ersatzknopf an alter StelleReste des alten Fadens entfernen, Stelle von der Rückseite prüfenKein Stoff darf ausgerissen sein, sonst erst verstärken.
Neuer Knopf an KnopfleisteKleidungsstück schließen, durch das Knopfloch markierenAlle Knöpfe auf einer Linie, gleiche Abstände.
Knopfloch hat sich geweitetKnopf etwas weiter vom Rand setzenKnopf soll nicht von selbst durchrutschen.
Jacke oder MantelPosition markieren, Verstärkung auf der RückseiteGegenknopf vorsehen, siehe unten.

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Wie nähst du einen Knopf mit zwei oder vier Löchern an?

Knopf mit zwei und mit vier Löchern in der Draufsicht und ein Knopf mit Fadenstiel in der Seitenansicht Zwei LöcherParallel durch beide Löcher Vier LöcherZwei parallele Stiche, wahlweise als Kreuz Knopf Fadenstiel StoffSeitenansichtPlatz zum Schließen lassen
Schematische Darstellung. Der Fadenstiel lässt dem Knopf Platz, damit er sich später schließen lässt.
  1. Markiere die Position. Bei einem Ersatzknopf misst du den Abstand zu den Nachbarknöpfen oder legst die Knopflochmitte an die Stelle. Der Knopf sitzt dort, wo die Kante des Knopflochs bei geschlossenem Kleidungsstück anliegt. Prüfpunkt: Die Markierung sitzt auf einer Linie mit den anderen Knöpfen.
  2. Stich von der Stoffrückseite durch den markierten Punkt, damit der Knoten verdeckt bleibt, und zieh den Faden bis zum Knoten durch. Prüfpunkt: Der Knoten liegt auf der Rückseite.
  3. Führ die Nadel durch ein Loch des Knopfes und lege den Abstandshalter quer über die Knopfoberseite. Prüfpunkt: Das Stäbchen liegt mittig zwischen den Löchern.
  4. Stich durch das zweite Loch zurück in den Stoff. Der Faden liegt dabei über dem Stäbchen. Zieh nicht fest, sonst sitzt der Knopf zu eng. Prüfpunkt: Der Faden liegt locker über dem Stäbchen.
  5. Wiederhole das 6- bis 8-mal. Bei vier Löchern nähst du erst ein Lochpaar, dann das zweite. Beide Paare nähst du parallel (als „II“) oder über Kreuz (als „X“). Prüfpunkt: Beide Lochpaare haben gleich viele Durchgänge.
  6. Nimm das Stäbchen heraus und zieh den Knopf von Stoff weg, sodass der Faden zwischen Knopf und Stoff locker liegt. Prüfpunkt: Zwischen Knopf und Stoff ist Luft.
  7. Wickle den Faden 3- bis 4-mal um die Fäden unter dem Knopf. Das ist der Stiel oder Hals. Er hält den Knopf auf der richtigen Höhe. Prüfpunkt: Der Stiel ist fest gewickelt und der Knopf wackelt nicht seitlich.
  8. Stich auf die Rückseite, mach 2 bis 3 kleine Rückstiche und schneide den Faden ab. Wenn du magst, führst du die Nadel vorher noch durch die Schlaufe und ziehst sie fest. Prüfpunkt: Ein Zug am Knopf bewegt weder Knoten noch Faden.

Der Stiel muss etwa so lang sein wie der Stoff dick ist, in dem das Knopfloch sitzt. Bei einer Bluse genügt ein kurzer Abstand, bei einem Wollmantel braucht der Knopf mehr Luft. Sonst wirft der Stoff Falten.

Wie lang muss der Stiel sein?

Der Stiel gleicht aus, dass beim Schließen zwei Stofflagen unter dem Knopf liegen. Je dicker der Stoff, desto mehr Luft braucht der Knopf. Bei Jacken und Mänteln kommt auf der Innenseite oft ein Gegenknopf dazu.

Stiellänge richtet sich nach der StoffdickeDrei Querschnitte: Bei dünnem Stoff reicht ein kurzer Fadenstiel, bei dickem Stoff ist der Stiel länger, bei Mantel und Jacke sitzt zusätzlich ein flacher Gegenknopf auf der Innenseite. StielDünner StoffBluse, Hemd: kurzer Stiel StielDicker StoffMantel: längerer Stiel StielDicker Stoff mit GegenknopfDer Zug verteilt sich Querschnitt. Der Stiel entspricht ungefähr der Stoffdicke unter dem Knopfloch.

Wie nähst du Knöpfe an verschiedenen Kleidungsstücken an?

Je mehr Zug auf dem Knopf liegt, desto kräftiger arbeitest du. Die Tabelle zeigt Anhaltspunkte, keine festen Regeln.

KleidungsstückGarn und NadelBesonderheit
Bluse, HemdFeines Garn, dünne NadelKurzer Stiel, weniger Durchgänge reichen.
Hose, JeansKräftiges Garn, kräftigere NadelDoppelt gelegtes Garn, Fingerhut hilft bei dicken Lagen.
Mantel, JackeReißfestes Garn doppeltLängerer Stiel, Gegenknopf oder Verstärkung auf der Rückseite.
Strick, WolleStumpfe Nadel, passendes GarnFilz oder Band auf der Rückseite, Maschen nicht durchstechen.

Wie nähst du einen Knopf mit der Maschine an?

Das geht mit einem Knopfannähfuß, wenn deine Maschine das vorsieht. Der Fuß hält den Knopf, der Transporteur wird versenkt oder abgedeckt, die Maschine näht einen Zickzackstich. Die Stichbreite muss dem Abstand der Löcher entsprechen. Drehe das Handrad vor dem ersten Stich einmal von Hand durch, um zu prüfen, dass die Nadel die Löcher trifft und nicht auf den Knopf stößt. Eine falsche Breite kann die Nadel abbrechen lassen. Wie die Einstellungen heißen, steht in der Anleitung deiner Maschine. Ein Stiel entsteht, indem du mit einem Stäbchen oder einer Hilfsnadel zwischen Knopf und Fuß arbeitest.

Tipp: Teste die Einstellung zuerst an einem Rest mit einem Ersatzknopf, bevor du am Kleidungsstück nähst.

Welche Fehler führen dazu, dass ein Knopf wieder abgeht?

ProblemUrsacheLösung
Der Knopf sitzt zu fest am StoffEs gab keinen Abstandshalter, also fehlt der Stiel. Der Stoff wölbt sich und die Fäden scheuern durch.Stäbchen auflegen, locker nähen, Stiel wickeln.
Der Knopf wackeltDer Stiel ist zu lang oder der Faden nicht oft genug durchgeführt worden.Zusätzliche Durchgänge nähen und den Stiel kürzen.
Der Faden reißt nach kurzer ZeitDas Garn ist zu dünn oder alt.Reißfestes Garn nehmen und doppelt legen.
Der Stoff reißt am Knopfansatz ausDie Stelle ist zu schwach.Vor dem Annähen Einlage aufbügeln oder einen Stoffflicken unterlegen.
Der Knoten löst sichEr wurde nur einmal gesetzt.Mindestens zwei Knoten oder drei Rückstiche, einen kleinen Faden stehen lassen.

Wenn ein Knopf trotz richtiger Technik wiederholt abgeht, prüfe, ob das Knopfloch zu eng ist oder die Kleidung an dieser Stelle spannt. Dann hilft ein längerer Stiel oder eine andere Position. Zum Auftrennen alter Fäden nimmst du einen Nahttrenner oder eine kleine Schere und ziehst Reste mit einer Pinzette heraus.

Tipp: Nähe den Knopf mit doppeltem Faden an und lass zwischen Knopf und Stoff Platz für den Fadenstiel. So hält er länger und lässt sich später schließen.

Worauf achtest du bei Kinderkleidung?

Bei Babys und Kleinkindern ist ein verschluckter Knopf ein Risiko. Nähe Knöpfe an Kinderkleidung besonders fest, mit mehr Durchgängen, doppeltem Faden und sicherem Abschluss. Prüfe die Knöpfe regelmäßig und ersetze lockere sofort. Bei sehr kleinen Kindern verwendest du lieber Druckknöpfe oder Klettverschluss, die du sicher befestigst. Eine Anleitung für kleine Projekte findest du unter Baby nähen.

Wie nähst du Knöpfe mit Stiel und Gegenknopf an?

Ein Stielknopf (Ösenknopf) hat statt Löchern eine Öse auf der Rückseite. Du nähst durch die Öse, stichst durch den Stoff und wiederholst das sechs- bis achtmal. Einen Abstandshalter brauchst du nicht, die Öse bildet den Stiel. Achte darauf, dass die Öse quer zum Knopfloch liegt, damit sich der Knopf beim Schließen nicht verdreht.

Bei Jacken und Mänteln sitzt auf der Innenseite oft ein kleiner flacher Gegenknopf. Er verteilt den Zug auf beide Seiten des Stoffs. Nähe Knopf und Gegenknopf in einem Zug durch alle Stofflagen, mit dem Stiel zwischen Oberknopf und Stoff.

Was ist bei Wolle, Druckknöpfen und abgerissenen Stellen zu beachten?

Auf Strick und Wolle nimmst du eine Nadel mit stumpfer Spitze (Wollnadel oder Sticknadel), damit du die Maschen nicht zerstichst. Ein Stück Filz oder festes Band auf der Rückseite hält den Zug aus. Wenn der Stoff ausgerissen ist, sticke das Loch mit engen Stichen zu oder nähe von innen einen Flicken auf. Dann setzt du den Knopf daneben oder darüber neu an.

Ein Annähdruckknopf besteht aus zwei Hälften, die du jeweils durch alle Löcher nähst, am besten mit kleinen Überwendlingsstichen. Probier aus, ob er sich leicht schließen lässt, bevor du abschließt. Anschlagbare Druckknöpfe brauchen Zange oder Werkzeug, mehr dazu im Druckknopf-Set. Einen Fingerhut als Schutz vor Nadelstichen bei dicken Stoffen findest du unter Fingerhut.

Wenn du dir Grundlagen wie das Verriegeln eines Fadens oder Handstiche anschauen willst, hilft dir Nähen lernen weiter. Weitere Einstiegsthemen stehen im Lernpfad Nähen für Anfänger.

Lieber Schritt für Schritt üben?

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Häufige Fragen

Wie viele Durchgänge braucht ein Knopf?

Meist reichen 6 bis 8 Durchgänge pro Lochpaar mit doppeltem Faden. Bei Mänteln und stark belasteten Stellen nimmst du eher mehr, bei einer dünnen Bluse reichen weniger.

Wozu dient der Fadenstiel unter dem Knopf?

Er schafft Abstand zwischen Knopf und Stoff, damit sich das Knopfloch ohne Zug über die Knopfplatte schiebt. Ohne Stiel wölbt sich der Stoff, und der Faden scheuert schneller durch.

Wie verknote ich den Faden richtig?

Wickle den Faden unter dem Knopf mehrmals um den Hals, stich auf die Rückseite und mach zwei bis drei kleine Rückstiche oder einen doppelten Knoten. Schneide den Faden erst danach ab und lass ein kurzes Ende stehen.

Kann ich einen Knopf mit der Nähmaschine annähen?

Das geht mit einem Knopfannähfuß und abgesenktem Transporteur, wenn deine Maschine das vorsieht. Wie das geht, steht in der Anleitung deiner Maschine. Von Hand lässt sich der Stiel genauer bestimmen.

Welche Nadel und welches Garn nehme ich für Knöpfe?

Eine Handnähnadel, deren Öhr zum Faden passt, und ein reißfestes Garn. Bei Mänteln und Jacken legst du das Garn doppelt. Für Strick eignet sich eine Nadel mit stumpfer Spitze.

Was mache ich, wenn der Knopf immer wieder abgeht?

Prüfe, ob der Stiel zu kurz ist, ob das Garn reißfest genug ist und ob der Stoff an der Stelle verstärkt werden muss. Eine Einlage oder ein Flicken auf der Rückseite kann helfen.