Kurz & knapp

Ein Nählineal ist ein Lineal zum Messen, Anzeichnen und Zuschneiden von Stoff. Du überträgst damit Maße, Nahtzugaben und gerade Linien und führst beim Zuschnitt den Rollschneider. Für Patchwork und exakte Streifen sind durchsichtige Acryllineale mit Raster üblich, für Säume und Nahtzugaben ein kurzes Saumlineal.

Lineal mit Skala und NahtzugabeOben ein durchsichtiges Lineal mit Zentimeterskala von 0 bis 10. Darunter ein Stoffstück, dessen linke Kante bei null liegt. Eine gestrichelte Linie bei einem Zentimeter markiert die Nahtzugabe. Der Hinweis erklärt, dass die Null am Stoffrand angelegt wird, nicht die Linealkante. 012345678910 1 cm Nahtlinie: Nähfuß läuft hier cm Die Null an die Stoffkante legen, nicht die Linealkante. Von oben ablesen.

Welche Lineale gibt es zum Nähen?

  • Patchworklineal: durchsichtiges Acryl, meist mehrere Millimeter dick, mit aufgedrucktem Raster und Winkellinien. Die dicke Kante führt den Rollschneider sicher. Verbreitet sind lange, schmale Formate für Streifen und kleinere Formate für Blöcke.
  • Quadratlineal: für Patchworkblöcke, zum Nachschneiden auf exaktes Maß und zum Prüfen rechter Winkel.
  • Schneiderlineal und Kurvenlineal: für Schnittmuster. Mit dem Kurvenlineal zeichnest du Hüftlinien, Armausschnitte und Säume nach oder gleichst sie beim Anpassen an.
  • Saum- oder Nahtzugabenlineal: kurz, oft mit Schieber. Damit stellst du eine Saumbreite einmal ein und markierst sie rundherum gleichmäßig.
  • Geodreieck oder Winkel: zum Anlegen rechter Winkel, etwa beim Begradigen der Stoffkante.

Saumlineal oder Patchworklineal: Was brauchst du wofür?

Beide Lineale lösen unterschiedliche Aufgaben. Das Patchworklineal ist eine Schneidehilfe, das Saumlineal eine Messhilfe. Die Formate in der Tabelle sind Richtwerte und variieren je nach Hersteller.

LinealTypisches Format (Richtwert)Gut fürGrenze
Langes Patchworklinealhäufig etwa 15 × 60 cmStreifen, Zuschnitt über die Stoffbreite, Rollschneider-FührungUnhandlich für kleine Teile und Säume.
Kurzes Patchworklinealhäufig etwa 15 × 30 cmBlöcke, kleine ZuschnitteFür lange Schnitte muss man umsetzen.
Quadratlinealhäufig etwa 20 × 20 cmBlöcke nachschneiden, rechte Winkel prüfenKein Ersatz für ein langes Lineal.
Saumlineal mit Schiebermeist 15 bis 20 cm LängeSäume, Nahtzugaben, Falten gleichmäßig anzeichnenNicht als Schneidekante gedacht.
Kurvenlinealverschiedene FormenArmausschnitt, Hüftkurve, SchnittänderungenNur für Schnittmuster, nicht für den Zuschnitt.

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Wie liest du ein Lineal richtig ab?

Die häufigste Fehlerquelle ist nicht das Lineal, sondern der Blickwinkel. Schau senkrecht von oben auf die Skala, sonst verschiebt die Dicke des Acryls das Maß. Lege die Null-Linie (nicht die Linealkante) an die Stoffkante, denn bei vielen Linealen beginnt die Skala einige Millimeter nach dem Rand. Bei Rasterlinealen zählst du die Zentimeterlinien und nicht die Millimeterstriche; zähle bei langen Maßen lieber in Abschnitten nach.

Nahtzugaben messen und anzeichnen

Für die Nahtzugabe legst du die gewünschte Linie des Lineals parallel an die Schnittkante und markierst in kurzen Abständen mit Stoffmarker oder Kreiderad. Alternativ ziehst du die Linie in einem Zug am Lineal entlang. Wie breit die Zugabe sein sollte, erklärt der Beitrag zur Nahtzugabe. Üblich sind je nach Schnitt etwa 0,7 bis 1,5 cm; im Patchwork ist häufig ein Viertel Zoll (etwa 0,6 cm) üblich.

Zentimeter oder Inch?

Viele Patchworklineale sind in Inch eingeteilt. Die Tabelle zeigt die gängigsten Werte, gerundet. Mehr dazu in der Umrechnung von Inch in Zentimeter.

InchZentimeter (gerundet)Wo es vorkommt
¼ Zollca. 0,6 cmNahtzugabe im Patchwork
½ Zollca. 1,3 cmSaum, Einfassung
1 Zoll2,54 cmUmrechnungsbasis
6 Zollca. 15,2 cmLineal-Breite
24 Zollca. 61 cmLineal-Länge

Worauf du beim Kauf achtest

  • Material: Durchsichtiges Acryl lässt dich das Raster und den Stoff darunter gleichzeitig sehen. Dünne, biegsame Kunststofflineale eignen sich nicht als Schneidekante.
  • Skala: Zentimeter und Millimeter sollten gut lesbar sein, dazu Linien für 30, 45 und 60 Grad. Viele Patchworklineale sind in Inch eingeteilt. Wenn deine Anleitung in Zentimetern rechnet, nimm ein metrisches Lineal oder nutze die Umrechnung von Inch in Zentimeter.
  • Länge: Lange Lineale sind für gerade Schnittkanten über die Stoffbreite praktisch, kurze für Nahtzugaben und kleine Teile.
  • Rutschfestigkeit: Gummierte Punkte oder eine griffige Unterseite verhindern, dass das Lineal beim Schneiden wandert.
  • Druck der Skala: Die Linien sollten auf hellen und dunklen Stoffen lesbar sein, etwa durch zweifarbigen Druck.

So schneidest du mit Lineal und Rollschneider

  1. Lege den Stoff glatt auf die Schneidematte. Bügle ihn vorher, damit keine Falten das Maß verfälschen.
  2. Begradige zuerst eine Kante. Richte dafür eine Rasterlinie des Lineals an der Stoffbruchkante aus.
  3. Lege das Lineal auf das gewünschte Maß und prüfe die Linie an beiden Enden.
  4. Drücke das Lineal mit der flachen Hand fest auf. Die Finger bleiben weg von der Schneidekante.
  5. Setze den Rollschneider dicht an die Linealkante und schneide vom Körper weg.
  6. Bei langen Schnitten wanderst du mit der Hand auf dem Lineal mit, statt über die Hand hinaus zu schneiden.
  7. Klappe die Klinge nach jedem Schnitt ein.

Vorsicht: Rollschneiderklingen sind sehr scharf. Schneide nur mit eingeklappter Klinge außerhalb des Schnitts, bewahre den Rollschneider außer Reichweite von Kindern auf und halte die Finger immer hinter der Linealkante.

Typische Fehler beim Messen und Schneiden

  • Falsche Linie gelesen: Bei vielen Rasterlinien liegt man schnell eine Linie daneben. Markiere häufig genutzte Maße mit einem Streifen Klebeband auf der Unterseite.
  • Lineal verrutscht: Der Schnitt wird schief. Mehr Druck in der Mitte und rutschfeste Punkte helfen.
  • Stoff nicht gerade: Wer nicht im Fadenlauf misst, bekommt verzogene Teile. Mehr zum Fadenlauf steht in der Stoffkunde.
  • Verschiedene Lineale gemischt: Skalen verschiedener Hersteller können minimal abweichen. Bleib innerhalb eines Projekts beim selben Lineal.
ProblemUrsacheLösung
Teile sind unterschiedlich großMal mit Lineal A, mal mit Lineal B gemessenIm Projekt ein Lineal verwenden, erst nach dem Nachmessen wechseln.
Schnittkante ist leicht schrägLineal nicht an einer geraden Stoffkante ausgerichtetErst eine Kante begradigen, dann daran messen.
Maß wirkt zu klein oder zu großVon der Seite abgelesen oder Linealkante statt Null angelegtSenkrecht von oben ablesen, Null an die Stoffkante legen.
Rollschneider springt über die KanteLineal zu dünn oder Kante beschädigtDickes Acryllineal nutzen, Kerben in der Kante prüfen.
Linie verschwindet auf dunklem StoffSkala nur in einer FarbeLineal mit zweifarbiger Skala oder helle Markierung nutzen.

Pflege und Aufbewahrung

Acryllineale bewahrst du am besten flach liegend oder aufgehängt auf. So verziehen sie sich nicht und die Kanten bleiben unbeschädigt. Eine Kerbe in der Kante überträgt sich auf jeden Schnitt. Reinige das Lineal mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel. Lösungsmittel und Alkohol können Acryl trüben oder die Skala angreifen. Lege es nicht auf das heiße Bügeleisen oder in die Sonne hinter Glas, denn Acryl kann sich bei Hitze verformen.

Welches Lineal für welches Projekt?

Für den Einstieg reicht ein langes Patchworklineal für Zuschnitte und ein kurzes Saumlineal für Nahtzugaben und Säume. Wer Kleidung näht und Schnitte anpasst, ergänzt ein Kurvenlineal. Für Quilts und Blöcke lohnt sich zusätzlich ein Quadratlineal. Welche Werkzeuge sonst in die Grundausstattung gehören, steht im Überblick zur Grundausstattung. Wer Quilts plant, findet weitere Hilfsmittel unter Quilt-Zubehör.

Hinweis: Diese Seite ist eine Orientierung und kein eigener Produkttest. Die Auswahl an Produkten ist keine Testempfehlung.

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Häufige Fragen

Welches Lineal brauche ich als Anfängerin?

Ein durchsichtiges Patchworklineal mit Zentimeterraster deckt die meisten Zuschnitte ab. Für Säume und Nahtzugaben ist ein kurzes Saumlineal mit Schieber eine praktische Ergänzung.

Kann ich ein normales Schullineal zum Zuschneiden nehmen?

Zum Messen und Anzeichnen ja. Als Führung für den Rollschneider ist es meist zu dünn, die Klinge kann darüber springen.

Inch oder Zentimeter?

Nimm die Einheit, in der deine Anleitungen geschrieben sind. Viele Patchworkanleitungen rechnen in Inch, Schnittmuster aus Europa meist in Zentimetern. Ein Zoll sind 2,54 cm.

Wie reinige ich ein Acryllineal?

Mit einem weichen, feuchten Tuch und etwas Spülmittel. Verzichte auf Lösungsmittel und Scheuermittel, damit Acryl und Skala nicht leiden.

Wie messe ich eine Nahtzugabe mit dem Lineal?

Lege die gewünschte Linie parallel an die Schnittkante, schau senkrecht von oben und markiere das Maß in kurzen Abständen. Ein Saumlineal mit Schieber macht das gleichmäßiger.

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