Kurz & knapp

Eine Coverlock näht dehnbare Säume und Bündchen mit zwei parallelen Nähten auf der rechten Seite und einem Kettenstich auf der linken. Die Naht dehnt sich mit dem Stoff, sieht aus wie bei gekaufter Kleidung und hält bei Sport- und Alltagsshirts. Hier liest du, wie sie funktioniert, wie sie sich von der Overlock unterscheidet und wann sie sinnvoll ist.

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Was macht eine Coverlock?

Der Name ist verbreitet, gemeint ist meist eine Covermaschine oder ein Kombigerät mit Coverstich.

Die Coverlock hat zwei oder drei Nadeln und einen Greifer, aber in der Regel kein Messer zum Versäubern wie die Overlock. Auf der Oberseite entstehen zwei oder drei gerade Nähte. Auf der Unterseite verbindet ein Greiferfaden die Nadelfäden zu einem Kettenstich, der sich wie ein Gummiband dehnt. Zierstich und Saumabschluss in einem Durchgang: Das ist die klassische Coverstich-Naht an Hosenbeinen, Ärmeln und Shirtsäumen.

Coverstich von oben und von untenDrei Stoffstücke in Aufsicht. Links ein Coverstich mit zwei geraden Nadelnähten auf der rechten Seite. In der Mitte ein Coverstich mit drei Nadelnähten. Rechts die Unterseite, auf der ein Greiferfaden zickzackförmig zwischen den Nadelfäden verläuft und einen dehnbaren Kettenstich bildet.Oberseite, 2 NadelnSaumZwei gerade NähteOberseite, 3 NadelnSaumDrei gerade Nähte, breiterUnterseiteSaumGreiferfaden verbindetdie NadelfädenSchematisch ohne Maßstab. Die Unterseite dehnt sich wie ein Kettenstich mit dem Stoff.

Eine reine Covermaschine kann nur das. Es gibt aber auch Kombigeräte, die sich zwischen Overlock und Coverstich umbauen lassen. Dabei werden Stichplatte, Fuß und Fädelweg umgestellt. Das passt, wenn du Platz für nur eine Maschine hast, kostet aber Umbauzeit.

Worin unterscheidet sich die Coverlock von der Overlock?

MerkmalOverlockCoverlock
KanteSchneidet ab und umschlingt die KanteSchneidet nicht, näht auf dem Stoff
NahtbildSchlingen an der KanteZwei Nähte außen, Kettenstich innen
Typische ArbeitNähte verbinden und versäubernSäume, Bündchen, Ziernähte
NadelnEine oder zweiZwei oder drei

Die beiden Maschinen ergänzen sich. Mit der Overlock verbindest du Schnittteile, mit der Coverlock säumst du. Wie die Overlock arbeitet, steht auf der Seite zur Overlock-Nähmaschine.

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Wofür brauchst du eine Coverlock wirklich?

Die Haushaltsmaschine näht Jersey mit Geradstich, doch die Naht reißt, sobald der Stoff gedehnt wird. Mit Zwillingsnadel und Zickzack gelingen dehnbare Säume ebenfalls, sie sind aber weniger gleichmäßig. Eine Coverlock lohnt sich, wenn du:

  • regelmäßig Shirts, Leggings, Sweatshirts oder Kinderkleidung nähst,
  • Bündchen sauber und dehnbar annähen willst,
  • einen einheitlichen, professionellen Saumlook bevorzugst.

Für Webware wie Baumwolle oder Leinen brauchst du sie nicht. Wenn du erst anfängst, sind die Grundlagen im Bereich Nähen lernen und eine solide Nähmaschine vorrangig. Typische Stoffe zum Üben stehen in der Stoffkunde.

WegNaht innenAussehen außenHinweis
GeradstichFester Stich, reißt beim DehnenEine NahtFür Jersey-Säume nicht geeignet
Zwillingsnadel mit HaushaltsmaschineFadenbrücke, dehnt begrenztZwei parallele NähteMaschine muss Zwillingsnadel erlauben, Säume können wellen
CoverlockKettenstich, dehnt mitZwei oder drei parallele NähteEigene Maschine oder Kombigerät nötig

Wie nähst du einen Saum mit der Coverlock?

Der Ablauf ist einfacher, als er aussieht, verlangt aber Ruhe und eine Probe vorab.

  1. Saum umbügeln oder mit Klammern fixieren, Nahtzugabe je nach Stoff etwa 2 bis 3 cm.
  2. Den Stoff so einlegen, dass die Nadeln auf der rechten Seite den Saum fassen.
  3. Langsam nähen und den Stoff nur führen, nicht ziehen.
  4. Am Ende ein Stück über den Anfang nähen und die Fäden zu einer Kette auslaufen lassen, oder den Anfang mit einer Überlappung schließen.

Bügle den Saum vorher gut und probiere die Einstellung an einem Rest desselben Stoffes. Stichlänge, Fadenspannung und Fußdruck entscheiden, ob der Saum glatt liegt oder wellt.

Welche Stoffe und Nadeln brauchst du?

Die Coverlock ist für Maschenware gedacht: Jersey, Sweat, Interlock und Strick. Auf sehr dünnen oder rutschigen Stoffen verziehen sich die Nähte leichter, deshalb übst du an mittelschwerem Baumwolljersey. Welche Nadel dein Gerät verlangt, steht in der Anleitung, denn viele Covermaschinen nutzen eigene Nadelsysteme. Mehr dazu auf der Seite Nähmaschinennadeln.

StoffEignungHinweis
Baumwolljersey, InterlockGut zum ÜbenWenig Verzug, gut zu führen
Sweat, FleeceGut, etwas mehr FußdruckSaum vorher gut bügeln oder klammern
Sehr dünner Jersey, ViskoseSchwierigerNach Bedarf Stabilisierung unterlegen, sehr locker führen
WebwareNicht vorgesehenBesser mit Haushaltsmaschine nähen

Wie nähst du ein Bündchen mit der Coverlock?

Bündchen werden meist doppelt gelegt und dann mit Coverstich fixiert oder als Saum gesteppt. Lege das Bündchen am Körperteil passend und stecke es mit Klammern in gleichen Abschnitten fest. Nähe langsam und führe den Stoff, ohne ihn zu dehnen. Wellt der Saum, war meist der Fußdruck zu hoch oder der Stoff wurde gezogen.

Worauf achtest du beim Kauf?

  • Nadelzahl: Zwei oder drei Nadeln; drei ergeben einen breiteren Coverstich mit drei Linien.
  • Kombigerät oder reine Covermaschine: Kombigeräte sparen Platz, erfordern aber Umbau. Eine reine Maschine ist sofort einsatzbereit.
  • Einfädeln: Farbkodierte Wege, Einfädelhilfe und klare Anleitung erleichtern den Einstieg.
  • Einstellungen: Spannung, Stichlänge und Differential sollten sich gut bedienen lassen.
  • Service und Zubehör: Nadeln und Füße sollten im Handel erhältlich sein.

Probiere im Geschäft einen Saum an Jersey. Eine Übersicht über andere Maschinen findest du unter Nähmaschinen. Passende Nadeln für dehnbare Stoffe stehen bei den Nähmaschinennadeln.

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Welche Fehler kommen häufig vor?

Die meisten Probleme lassen sich auf wenige Ursachen zurückführen. Gehe sie der Reihe nach durch, bevor du an der Spannung drehst.

  • Wellige Säume: Der Stoff wurde gezogen, oder der Fußdruck ist zu hoch. Locker führen und Druck prüfen.
  • Überspringende Stiche: Nadel ist stumpf, verbogen oder passt nicht zum Stoff. Wechsle sie.
  • Unsaubere Kettenstichseite: Greiferspannung stimmt nicht. Ändere nur einen Regler auf einmal.
  • Naht öffnet sich am Ende: Fäden beim Auslaufen nicht gesichert. Anfang überlappen oder verknoten.
ProblemUrsacheLösung
Wellige SäumeStoff gezogen, Fußdruck zu hochStoff locker führen, Fußdruck senken, Stichlänge testen
Überspringende SticheNadel stumpf, verbogen oder ungeeignetNeue Nadel passend zum Stoff einsetzen
Unsaubere UnterseiteGreiferspannung stimmt nichtNur einen Regler ändern, Probe nähen
Naht löst sich am EndeFäden nicht gesichertAnfang überlappen oder Fäden verknoten
Saumkante rollt sich einZugabe zu schmal oder Stoff nicht gebügeltMit 2–3 cm Zugabe arbeiten, vorher bügeln

Sicherheit: Vor dem Einfädeln oder Reinigen Maschine ausschalten und Stecker ziehen. Bei Nadel- und Fußwechsel auf die Herstellerangaben achten.

Lieber Schritt für Schritt üben?

Der kostenlose Kurs führt dich von der Maschine bis zum ersten fertigen Stück.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Coverlock und Overlock?

Die Overlock schneidet die Kante ab und umschlingt sie, sie verbindet und versäubert. Die Coverlock näht Säume und Bündchen mit zwei Nähten außen und einem Kettenstich innen und schneidet nicht.

Brauche ich eine Coverlock für Jersey?

Zwingend nicht. Mit Zwillingsnadel oder Zickzack gelingen dehnbare Säume auch auf der Haushaltsmaschine. Die Coverlock macht sie gleichmäßiger und belastbarer.

Kann eine Coverlock auch versäubern?

Eine reine Covermaschine nicht. Kombigeräte lassen sich auf Overlock umbauen und versäubern dann, mit Umbauaufwand.

Wie pflege ich eine Coverlock?

Entferne regelmäßig Flusen aus dem Greiferbereich, wechsle die Nadeln und öle nur nach Herstellerangabe. Die Anleitung nennt die richtigen Stellen.

Wie viele Nadeln braucht eine Coverlock?

Zwei Nadeln ergeben zwei parallele Nähte, drei Nadeln einen breiteren Coverstich mit drei Linien. Für die meisten Säume an Shirts reichen zwei.

Kann ich mit der Coverlock Teile zusammennähen?

Eher nicht. Die Coverlock näht Säume, Bündchen und Ziernähte auf dem Stoff. Zum Verbinden von Schnittteilen nutzt du die Overlock oder die Haushaltsmaschine.

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