Kurz & knapp

Ein genähter Adventskalender besteht aus 24 Fächern, die du jedes Jahr neu füllen kannst. Am einfachsten sind aufgenähte Taschen auf einem Stoffstreifen oder 24 kleine Beutel an einer Leine. Hier steht, welche Variante zu deinem Können passt, welche Stoffe taugen und in welcher Reihenfolge du arbeitest. Plane einige Wochen vor dem 1. Dezember ein, nicht wenige Tage: Das meiste ist Wiederholung und lässt sich gut über mehrere Abende verteilen.

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Welche Varianten gibt es?

  • Taschenkalender (Wandbehang): eine Stoffbahn als Rückwand, darauf 24 aufgenähte Taschen in Reihen. Gut zum Aufhängen an einer Holzleiste, braucht wenig Platz.
  • Beutelkalender: 24 einzelne Beutel mit Kordel, aufgehängt an einer Leine oder an einem Ast. Jeder Beutel ist ein Mini-Projekt und eignet sich für Stoffreste.
  • Zipfelsäckchen oder Tüten: aus Rechtecken gefaltet, besonders einfach.
  • Kalender zum Falten: Fächer aus Filz, die ohne Saum auskommen, weil Filz nicht ausfranst.
VarianteAufwandGut fürBesonderheit
TaschenkalenderMittelAlle, die einmal sorgfältig planen wollenEine Rückwand, gleichmäßiges Raster, braucht ein Aufhängesystem.
BeutelkalenderMittel, viel WiederholungStoffreste, unterschiedliche GrößenJeder Beutel einzeln, Reihenfolge der Zahlen frei.
Zipfelsäckchen, TütenGeringEinsteigerWenige Nähte, Rohkanten versäubern.
FilzfächerGering bis mittelKein Saum nötigAuch von Hand nähbar.

Für den ersten Kalender empfiehlt sich die Variante mit einfachen Taschen oder Beuteln. Wenn du Beutelnähen üben möchtest, ist der Stoffbeutel ein guter Einstieg, den du auf kleines Format verkleinerst.

Welche Stoffe und Zutaten brauchst du?

Feste Baumwolle, Leinen oder Filz sind unkompliziert. Dehnbare Stoffe wie Jersey verziehen sich, hier braucht es Einlage. Ein Taschenkalender braucht für die Rückwand einen stabilen Stoff, damit er Gewicht trägt. Für Beutel genügen Baumwoll- und Leinenreste, die du bereits hast; mehr dazu bei Nähen aus Stoffresten.

  • Zahlen: aufgenähte Stoffzahlen, Aufbügelzahlen, aufgestempelte Zahlen oder Anhänger aus Karton. Aufbügelmaterial nach Herstellerangabe verarbeiten, Stempelfarbe für Textil nehmen und fixieren, wenn die Packung es vorschreibt.
  • Band oder Kordel: zum Zuziehen oder Aufhängen.
  • Aufhängung: Holzleiste mit Schlaufen oder Ringen, bei Beuteln eine Schnur.
  • Werkzeug: Schere oder Rollschneider, Lineal, Nadeln oder Klammern, Bügeleisen.

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Illustration einer ersten geraden Probenaht auf Baumwollstoff mit Garn und Stoffschere

Wie groß sollten die Fächer sein?

Das hängt vom Inhalt ab. Für Süßigkeiten, kleine Figuren oder Zettel reichen Taschen mit etwa 8 bis 10 cm Breite und 10 bis 12 cm Höhe. Beutel dürfen etwas größer werden, wenn du Päckchen einpackst. Rechne bei jedem Teil eine Nahtzugabe ein, üblich sind 1 cm; das Grundprinzip erklärt die Seite zur Nahtzugabe. Plane Rückwand und Taschenreihen so, dass zwischen den Taschen ein Abstand bleibt, sonst wirkt der Kalender gedrängt.

Planungsraster für 24 FächerLinks ein Raster aus vier Spalten und sechs Reihen mit den Zahlen 1 bis 24. Rechts ein Rechenbeispiel für die Rückwand: Breite 57 Zentimeter und Höhe 99 Zentimeter bei Taschen von 10 mal 12 Zentimeter. 123456789101112131415161718192021222324 Rechenbeispiel Rückwand (Fertigmaß) Breite4 × 10 cm Taschen+ 3 × 3 cm Abstand + 2 × 4 cm Rand= 57 cm Höhe6 × 12 cm Taschen+ 5 × 3 cm Abstand + 8 cm oben + 4 cm unten= 99 cm Frei gewählte Werte, ohne Nahtzugabe.Die Nahtzugabe kommt rundum dazu. 4 Spalten × 6 Reihen = 24 Fächer
InhaltFachgröße (Richtwert)Hinweis
Kleine Süßigkeiten, Zettel, Gutscheine8 bis 10 cm breit, 10 bis 12 cm hochPasst in ein Raster aus Taschen.
Kleine Figuren, Haarbänder, LesezeichenEtwa 10 cm breit, 12 cm hochBei Hochformat flach einlegen.
Päckchen, kleine GeschenkeBeutel, größer nach BedarfBeutel statt aufgenähter Taschen wählen.
RasterFächerFormat der Rückwand
4 Spalten × 6 Reihen24Hochformat, klassischer Wandbehang.
6 Spalten × 4 Reihen24Querformat, passt über eine Kommode.
3 Spalten × 8 Reihen24Schmal und hoch, braucht Wandhöhe.
2 Leinen mit je 12 Beuteln24Beutelkalender, flexibel aufhängbar.

Wie nähst du einen Taschenkalender in Schritten?

  1. Planen: Raster festlegen, zum Beispiel 4 Spalten mal 6 Reihen. Maße der Rückwand daraus berechnen und Rand für den Tunnel oder die Schlaufen oben einplanen.
  2. Zuschneiden: 24 Taschenteile plus Rückwand. Taschenoberkante vorher doppelt umschlagen und absteppen.
  3. Zahlen anbringen: immer zuerst die Zahlen auf die Taschen, solange sie noch flach liegen.
  4. Taschen aufnähen: an den Seiten und unten absteppen, oben offen lassen. Anfang und Ende mit Verriegelungsstichen sichern.
  5. Aufhängung: oben einen Tunnel für die Leiste nähen oder Schlaufen einarbeiten.
  6. Probehängen: aufhängen, einmal mit Gewicht belasten und Nähte prüfen.

Bei Beuteln gehst du ähnlich vor: Rechteck zusammenlegen, Seiten schließen, oben einen Tunnel für die Kordel umlegen. Ein Beutel nach dem anderen fertigstellen, nicht alle gleichzeitig beginnen, damit nichts liegen bleibt.

ProblemUrsacheLösung
Taschenreihen laufen schiefPosition nicht markiertMit Lineal und Stoffmarker Linien ziehen, Taschen mit Klammern fixieren.
Rückwand hängt durchStoff zu weich oder zu schwer beladenEinlage aufbügeln, Tunnel und Leiste stabil wählen.
Zahlen lösen sichAufbügelmaterial nicht nach Herstellerangabe fixiertZusätzlich mit Zickzack umnähen.
Taschen stehen aufZu wenig Abstand oder Zugabe falsch gerechnetMaße vorab auf Papier prüfen, Nahtzugabe einkalkulieren.

Wie teilst du die Arbeit auf?

24 gleiche Teile sind keine schwere Arbeit, aber sie summieren sich. Wer die Schritte bündelt, spart Zeit: erst alles zuschneiden, dann alle Zahlen anbringen, dann alle Fächer nähen. Wechsel zwischen Bügeleisen und Maschine so selten wie möglich.

Bei der Beutelvariante rechnest du den Zuschnitt aus dem gewünschten Fertigmaß. Der Stoff wird in der Höhe doppelt gelegt, deshalb ist das Rechteck etwa doppelt so hoch wie der Beutel, dazu kommen Nahtzugabe an den Seiten und ein Umschlag für den Tunnel. Nähe zuerst einen Beutel als Probe und miss ihn, bevor du die übrigen zuschneidest.

PhaseAufgabeRichtwert für den Zeitaufwand
PlanungVariante, Raster und Maße festlegen, Material zählenEin Abend
Zuschnitt24 Fächer oder Beutel und Rückwand schneidenEin Abend mit Rollschneider, länger mit Schere
ZahlenZahlen anbringen, solange die Teile flach liegenEin Abend, bei Textilfarbe zusätzlich Trockenzeit
NähenFächer oder Beutel nähen und anbringenEin bis drei Abende
AbschlussAufhängung, Probehängen, Fäden vernähenEin Abend

Die Zeitangaben sind grobe Erfahrungswerte und hängen von Übung und Maschine ab. Plane lieber einen Puffer für den Zahlendruck oder -aufbügeln ein.

Was kommt in die Fächer?

Kleine Leckereien, Zettel mit Aufgaben, Gutscheine, kleine Handarbeitsteile wie Haarbänder, Lesezeichen oder Scrunchies. Beachte bei Kindern unter drei Jahren, dass kleine Teile verschluckt werden können, und lass Verschlüsse wie Knöpfe weg oder nähe sie sehr fest an. Bei Lebensmitteln trennst du direkte Berührung mit dem Stoff durch eine Verpackung. Hänge den Kalender so auf, dass Schnüre und Leinen außerhalb der Reichweite kleiner Kinder bleiben, und halte genähte Stoffteile von Kerzen und offenem Feuer fern.

Ein Scrunchie ist als Füllung geeignet; die Anleitung steht unter Scrunchie.

Wie bewahrst du den Kalender auf?

Nach dem Fest ist der Kalender bereit für das nächste Jahr, wenn du ihn richtig weglegst.

Leere Taschen herausnehmen, den Kalender bei Bedarf nach Pflegeetikett waschen und flach oder gerollt lagern. Aufbügelzahlen und Stoffmalfarbe vorher mit dem Reststück auf Waschbeständigkeit prüfen. Ein Tipp für die Planung: Nähe die Zahlen immer an dieselbe Stelle, etwa die obere Taschenmitte, dann wirkt das Raster ruhig. Wenn du jedes Jahr etwas ergänzen willst, hilft eine Notiz, welche Maße und Befestigungen du verwendet hast. Weitere Ideen findest du unter Projekte.

Lieber Schritt für Schritt üben?

Der kostenlose Kurs führt dich von der Maschine bis zum ersten fertigen Stück.

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Häufige Fragen

Welche Stoffe eignen sich für einen genähten Adventskalender?

Feste Baumwolle, Leinen und Filz lassen sich leicht verarbeiten. Dehnbare Stoffe wie Jersey brauchen Einlage, sonst verziehen sich die Taschen.

Wie groß sollten die Taschen sein?

Für Kleinigkeiten reichen Taschen von etwa 8 bis 10 cm Breite und 10 bis 12 cm Höhe. Für Päckchen darf es größer sein. Nahtzugabe nicht vergessen.

Wie bringe ich die Zahlen an?

Du kannst Zahlen aufnähen, aufbügeln oder mit Textilfarbe aufstempeln. Mache das, solange die Teile flach liegen, und halte dich an die Herstellerangaben zum Fixieren.

Kann ich auch ohne Nähmaschine einen Adventskalender nähen?

Ja. Beutel und Taschen lassen sich von Hand mit Vorstich oder Rückstich nähen. Filz ist dafür besonders geeignet, weil er nicht ausfranst.

Wie berechne ich die Größe der Rückwand?

Multipliziere Fachbreite und Fachhöhe mit der Zahl der Spalten und Reihen und addiere die Abstände sowie den Rand. Bei Taschen von 10 x 12 cm, 4 Spalten, 6 Reihen, 3 cm Abstand, 4 cm Rand seitlich, 8 cm oben und 4 cm unten ergibt das 57 x 99 cm plus Nahtzugabe.

Worauf achte ich, wenn kleine Kinder den Kalender nutzen?

Lass Knöpfe und andere Kleinteile weg oder nähe sie sehr fest an, und hänge Schnüre außerhalb der Reichweite auf. Halte Stoff von Kerzen fern und verpacke Lebensmittel getrennt vom Stoff.